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Energieausweis / Energiepass

Nach einer Übergangsfrist und zahlreichen Ausnahmeregelungen wurde der Energieausweis zum 01. Januar 2009 verpflichtend für nahezu alle Wohnimmobilien. Ließ sich der Energieverbrauch eines Gebäudes bislang nur ungefähr über die Gesamtheit der Nebenkosten quantifizieren, soll der Energieausweis auf den ersten Blick zeigen, ob viel oder wenig Energie für die Grundversorgung notwendig sein wird. Dazu trägt eine Farbskala in einem Intervall von rot bis grün bei. Dadurch soll es ermöglicht werden, Energiefresser beziehungsweise Energiesparer sofort als solche zu erkennen. Dabei gilt: Je grüner, desto sparsamer! Neben der Farbskala findet sich auf dem Energieausweis eine Skalierung nach Kilowattstunden. Diese lässt sich zur besseren Vorstellung einfach in Liter Heizöl oder Kubikmeter Gas umrechnen. So entspricht 1 Kilowattstunde 10 Liter Heizöl oder 10 Kubikmeter Gas.

Die Quantifizierung der Skala kann durch zwei Methoden erfolgen: Variante eins ist die Berechnung des Energiebedarfes. Sie ist grundsätzlich vorzuziehen, da der tatsächliche Energiebedarf des Gebäudes von Fachleuten bestimmt wird. Zur Ausstellung berechtigt sind beispielsweise Schornsteinfeger, Architekten, Ingenieure oder Bauhandwerker. Die Bedarfsberechnung geschieht dabei unabhängig vom Nutzerverhalten, dass individuell doch erheblich variieren kann. Vorgeschrieben ist die Energiebedarfsrechnung lediglich für Wohnimmobilien (z.B. ein Energiesparhaus)mit maximal 4 Wohneinheiten und einem Bauantrag vor dem 01. November 1977. Ausgenommen davon sind wiederum Immobilien, an denen bereits Modernisierungen durchgeführt wurden. In der zweiten Variante bildet der gemessene Energieverbrauch die Grundlage des Energieausweises. Dafür wird die Heizkostenabrechnung der drei vorangegangen Monate als Basis herangezogen. Ist der Ausweis ausgestellt besitzt er eine Gültigkeit von 10 Jahren.

Im Hinblick auf die Eigentümer ist der Energieausweis als Anreiz für Modernisierungsmaßnahmen gedacht, mit dem Vorteil, ihre Immobilien in der Zukunft attraktiver zu gestalten. Dafür muss er jedoch zuerst die Kosten des Ausweises tragen. Der Verbrauchsausweis ist bereits ab 25 Euro zu bekommen. Im Falle des Bedarfsausweises, wo die Ermittlung deutlich aufwendiger von statten geht, ist mit Kosten von 200 bis 800 Euro zu rechnen. Ausschlaggebend dafür ist die Größe der Immobilie. Die Kosten trägt in jedem Fall alleinig der Eigentümer des Hauses bzw. der Wohnungen. Dafür enthält jeder Energieausweis auch einen Hinweis auf Modernisierungen, die zu einer Verbesserung der Energiebilanz beitragen könnten. Mieter können diese Angaben ebenfalls zu ihrem Vorteil nutzen, indem sie den Eigentümer bewusst auf gezielte Maßnahmen aufmerksam machen. Gerade bei älteren Gebäuden ist eine hohe Effizienzsteigerung möglich. Für den Vermieter bedeuten niedrigere Nebenkosten eine Steigerung der Attraktivität. Sie lässt sich dadurch einfacher vermieten beziehungsweise verkaufen. Außerdem leistet er einen sinnvollen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit. Oftmals stehen darüber hinaus günstige Förderprogramme zur Verfügung. Generell besteht für den Vermieter, unter Androhung eines Bußgeldes von maximal 15.000 Euro, gar die Verpflichtung auf Anfrage einen Energieausweis vorzulegen. Ausgenommen davon sind denkmalgeschützte Gebäude. Besteht beim Eigentümer weder ein Vermietungs- noch ein Verkaufsinteresse, besteht vorerst keine Notwendigkeit für einen Energieausweis.

Für Mieter und Kaufinteressenten von Immobilien bedeutet der Energieausweis in erster Linie mehr Transparenz hinsichtlich des zu erwartenden Energieverbrauches. Sie haben das Recht bei einer Besichtigung die Vorlage des Energieausweises zu verlangen. Auf dieser Grundlage lassen sich verschiedene Immobilien einfacher miteinander vergleichen. Eine Modernisierungpflicht gegenüber dem Vermieter lässt sich auf Grundlage des Energieausweises jedoch nicht ableiten. Wer schon als Mieter in einem Gebäude wohnt, hat keinen gesetzlichen Anspruch auf Einsicht in den Energieausweis. Dieser ist lediglich bei Neubezug einsehbar. Hier dürfte jedoch in den meisten Fällen eine freundliche Anfrage beim Vermieter zu einer Einsicht führen, schließlich können gegebenenfalls beide Parteien von einer Modernisierung profitieren.

 
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